Pferdeblog 2021 – Teil 19:

Lerne jetzt die verschiedenen Sitzarten kennen! Einige kennst Du sicherlich schon. 🙂

Leichttraben

Wenn Du Dein Pferd im Schritt genügend aufgewärmt hast, beginnst Du im Trab als erstes mit dem Leichttraben, um den Rücken des Pferdes zu entlasten. Oft ist das Leichttraben für die meisten Reiter angenehmer und einfacher, da man nicht jeden Trabtritt aussitzt, sondern durch das Aufstehen jeden zweiten Trabtritt entlasten kann. Für das Pferd ist das Leichttraben sehr angenehm, da die Bewegung des Pferdes kaum gestört wird und der Reiter kann sich so besser an die Bewegung anpassen.
Das Leichttraben wird vor allem am Anfang und am Ende der Stunde angewandt (Lösungsphase & Erholungsphase), aber auch beim Reiten im Gelände oder der Ausbildung von jungen Pferden.

Das Leichttraben wird direkt jedem Reitanfänger an der Longe beigebracht, da es zu den Basics Deiner Ausbildung gehört. Es wird immer bei einem Trabtritt das Gesäß leicht aus dem Sattel genommen und beim nächsten Trabtritt wieder ausgesessen. Dies wiederholt sich mehrfach.
Wichtig fürs Leichttraben ist der Rhythmus. Hat der Reiter diesen erst einmal erfühlt, geht das Leichttraben fast von allein, da der Schwung des Pferdes den Impuls zum Aufstehen vorgibt.

Was bedeutet auf dem richtigen Fuß leichttraben?
Um auf dem richtigen Fuß leichtzutraben (das bedeutet im richtigen Moment das Gesäß aus dem Sattel leicht zu heben) orientierst Du Dich immer an der äußeren Schulter des Pferdes. Immer dann, wenn die Schulter vorgeht, steht der Reiter auf und wenn sie sich zurückbewegt, gehst Du zurück in den Sattel. Da der Trab aus einem Zweitakt besteht, stehst Du dadurch immer dann auf, wenn das innere Hinterbein des Pferdes zusammen mit dem äußeren Vorderbein gleichzeitig vorschwingt und sitzt wieder ein, wenn diese Beinpaare wieder auf den Boden gelangen.

Was bedeutet es den Fuß zu wechseln oder umzusitzen?
Jedes Mal, wenn Du die Hand wechselst (also in die entgegengesetzte Richtung reitest), musst Du auch den Fuß wechseln (=umsitzen). Wenn Dein Reitlehrer Dir also zuruft, dass Du umsitzen sollst, musst Du einen zusätzlichen Tritt aussitzen. Du überspringst also einen Takt, damit Du wieder auf dem richtigen Fuß leichttrabst.

Du kannst es Dir auch so vorstellen: 1: Aufstehen 2: Einsitzen
Eigentlich ist der Rhythmus beim Leichttraben 1 2 1 2 1 2 1 2 ….
In den Moment, wo Du umsitzt, ist die Abfolge 1 2 2 1 2 1 2 1 2  …

Aussitzen

Beim Aussitzen bleibt der Reiter im Sattel sitzen. Nachdem die Muskulatur des Pferdes durch das Leichttraben schon etwas aufgewärmt ist, kann man auch mit dem Aussitzen beginnen.

Wichtig ist, dass Du eine positive Körperspannung beibehältst und ruhig und locker im Sattel sitzen bleibst.  Dein Becken schwingt fast unsichtbar locker mit und blockiert somit nicht die Bewegung Deines Pferdes. Spanne Deinen Bauch und die untere Rückenmuskulatur regelmäßig, aber fast unbewusst an und ab. So erlangst Du einen unabhängigen Sitz und durch die gleichzeitig ruhige Reiterhand kann das Pferd Vertrauen aufbauen. Du wirst immer einfacher und lockerer sitzen können, wenn das Pferd seinen Rücken losgelassen und schwingend bewegt. 

Der leichte Sitz

Um den leichten Sitz exakt ausführen zu können, solltest Du Deine Steigbügel im Spring- oder Vielseitigkeitssattel ca. drei Löcher kürzer schnallen. Dadurch kommt es zur stärkeren Anwinkelung im Hüft-, Knie- und Fußgelenk. Du nimmst im leichten Sitz Dein Gewicht aus der Sitzfläche und federst es mit Deinen Füßen in den Steigbügel ab. Du nimmst eine „hockende“ Position ein. In der Fachsprache sagt man, dass dadurch der Pferderücken freier schwingen kann und sich besser aufwölbt.
Verwendet wird der leichte Sitz z.B. beim Galoppieren im Gelände oder beim Springen.
Auch im leichten Sitz geht Dein Blick nach vorne und Deine Zügel musst Du kürzer fassen, durch die veränderte Körperhaltung.

Zusätzlich zu diesen drei Sitzarten gibt es auch noch den Springsitz und Geländesitz.

Welche Sitzart findest Du am einfachsten zu reiten?

Schreibe es jetzt in die Kommentare!

Dein Team Klein